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Buchrezension: Cyndi Lee – Möge ich glücklich sein

In der letzten Zeit habe ich nicht so viele Bücher gelesen, sondern eher Zeitschriften oder Artikel im Internet. Eins der Bücher, die es dennoch in unser Haus geschafft haben, und die ich auch gelesen habe, war: Möge ich glücklich sein von Cyndi Lee.
Cyndi Lee ist eine amerikanische Yogalehrerin mit einem eigenen Yogastil, den sie OM Yoga nennt und hatte das gleichnamige Yogastudio OM Yoga bis 2012. Ihr Stil verbindet Vinyasa Yoga mit tibetischem Buddhismus. Viele auch bei uns bekannte Lehrer haben bei Cyndi eine Ausbildung gemacht, unter anderem Kristin Rübesamen, die Chefredakteurin von yogaeasy.de

Ich bin durch ein Buch auf Cyndi Lee gestoßen, in dem sie erwähnt wird. Letztes Jahr habe ich dann ihr Buch: „Yoga für den Körper, Buddha für den Geist“ gekauft und fand es toll.  Dazu schreibe ich vielleicht einmal einen Artikel. Hier geht es jetzt aber um das aktuelle Buch: „Möge ich glücklich sein“, welches man in jedem Buchhandel bekommt oder natürlich online bestellen kann.

Das Buch

Cyndi Lee beschreibt in ihrem Buch teils in Rückblicken, teils in der Gegenwart, die Geschichte ihres Körper-Hasses und wie sie ihn schließlich (hoffentlich) losgeworden ist. Angefangen hat einiges in der Kindheit mit einer Mutter, die ständig darum bemüht war bestmöglich auszusehen, Zitat: „Wenn du hübsch und schlank bist, bekommst du mehr Aufmerksamkeit.“ Dies ist die Saat, die ihr Leben die nächsten fast 50 Jahre immer zu einem Kampf mit sich selber macht. Cyndi Lee war Tänzerin und ist Yogalehrerin, ist also in einem extem körperbewußten Umfeld unterwegs gewesen, was sie natürlich nur in ihrer vermeintlichen Unzulänglichkeit bestärkt hat. Sie erkennt ihren Selbsthass zwar und macht sich auf die Suche nach den Ursachen und Möglichkeiten ihn loszuwerden, es dauert aber eine lange Zeit um die zarte Pflanze der Selbstliebe zu ziehen, die von vielen Rückschlägen geprägt ist. Immer wieder verfängt sie sich in dem Thema und sagt von sich selber: „Ich habe nicht den Körper, den ich will und ich will nicht den Körper, den ich habe.“ Letzten Endes ist der körperliche Selbsthass der Ausdruck einer mangelnden Liebe zu sich selbst und unglaublichen Minderwertigskeitsgefühlen. Am Ende des Buches sieht es so aus, als habe sie den Kampf dahingehend gewonnen, dass sie Mittel gefunden hat die aktuen Hass-Phasen umzuwandeln durch Meditation, Affirmationen und ihre Yogapraxis und den Yogaunterricht.

Meine Erfahrung und Bewertung des Buchs

Das Buch hat mich teilweise fast geschockt, so extrem hat sie sich selbst schlecht gemacht, teilweise habe ich mich auch selber darin wiedergefunden. Ich kenne auch die vergleichenden Blicke zu der dünnen, super flexiblen Mattennachbarin im Yogastudio hin, die bei mir auch kein gutes Gefühl für mich und meinen Körper auslösen. Die Selbstoptimierung, die heutzutage fast alle Bereiche unseres Lebens erreicht hat, macht auch vor Yoga und Yogi(ni)s nicht halt und ich weiß von vielen Frauen, egal welchen Alters, dass sie Probleme mit ihrem Aussehen haben und gerne hier oder dort weniger Umfang oder Kilos haben möchten. Warum zum Teufel ist es für uns Frauen so ein großes Thema? Und warum sind wir untereinander so unsolidarisch, dass wir sogar unsere Töchter miteinbeziehen in diesen fatalen Kreislauf? Wir vermitteln schon früh, dass man immer mehr tun kann, es immer etwas zu optimieren gilt. Dies bezieht sich dann in den meisten Fällen nicht auf den Erwerb von guten Fähigkeiten, sondern auf Äußerlichkeiten. Das ist sehr schade! Ich glaube zwar, um auf das Buch zurückzukommen, dass auch Cyndi Lee nicht am Ende des Wegs sich selbst zu lieben angekommen ist, sondern erst den Anfang des Wegs gefunden hat. Trotzdem macht es Mut: wenn jemand nach so langer Zeit es schafft, dann schaffen wir es auch und vielleicht nicht erst nach 50 Jahren! Ich finde das Buch definitiv lesenswert, aber man sollte sich auf einiges gefasst machen, leichte Kost ist es nicht.

Mitgenommen für mich habe ich die Praxis einer Meditation daraus und zwar die Meditation der liebenden Güte. Dies ist ein etwas komischer Name, abgeleitet aus dem Sanskrit Wort Metta. Hier ist eine Erklärung der Bedeutung bei Wikipedia.

Möge ich sicher sein.

Möge ich glücklich sein.

Möge ich gesund sein.

Möge ich ein leichtes Leben haben.

Diese Worte rezitiere ich in meiner Meditation jeden Tag für mich selbst, für einen lieben Menschen, für eine neutrale Person und für einen Menschen, den ich nicht mag. Letzteres ist zwar nicht einfach, aber irgendwie ist es auch okay. Letzten Endes wollen wir ja alle einfach nur glückklich, gesund, sicher sein und ein leichtes Leben haben.

 

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Produktinformation

  • Broschiert: 280 Seiten
  • Verlag: Theseus in J. Kamphausen Mediengruppe; Auflage: 1., Auflage 2014 (15. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899017862
  • ISBN-13: 978-3899017861

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